Die Gründer verbrachten das erste Jahrzehnt ihrer Laufbahn als Berater und Architekten in großen, geschäftskritischen Programmen für Unternehmen und den öffentlichen Sektor — Banken-Backoffices, behördliche Informationssysteme, regulierte Finanzwirtschaft, dokumentenintensive Abläufe. Projekt für Projekt sahen sie dasselbe Fehlermuster wiederkehren, und es hatte nichts damit zu tun, wie clever die Technologie war.
Anforderungen wurden auf Papier geplant, indem man sich die Software vorstellte. Geschäftsleute sollten im Voraus und im Detail festlegen, wie sich Softwarefunktionen verhalten sollen — diese Funktionen wurden dann auf Papier entworfen, abgezeichnet und erst viel später gebaut. Aber die Aufgabe einer Führungskraft ist es, das Geschäft gut zu führen, nicht Software zu entwerfen. Sie zu bitten, sich ein nie gesehenes System vorzustellen, brachte selbstbewusste Spezifikationen hervor, die sich als falsch erwiesen, sobald eine funktionierende Maske erschien.
Veränderung machte alles kaputt. Echte Organisationen stehen nicht still. Vorschriften ändern sich, Prozesse entwickeln sich weiter, Prioritäten verschieben sich. In einer papierorientierten Welt mit großem Vorab-Design öffnete jede Änderung die gesamte Kette erneut — neu spezifizieren, neu entwerfen, neu entwickeln, neu testen —, und Budget und Zeitplan zahlten den Preis dafür. Und das Feedback kam zu spät: Bis Endnutzer und Fachverantwortliche das System tatsächlich anfassen konnten, waren die teuren Entscheidungen längst gefallen.
Die Gründer kamen zu dem Schluss, dass das Problem weder die Menschen noch der Aufwand waren — es war die Methode. Ein komplexes System lässt sich nicht zuverlässig auf Papier mit Menschen entwerfen, deren Expertise das Geschäft ist, nicht die Software. Man muss sie früh und oft auf etwas Reales reagieren lassen.
Also stellten sie sich eine andere Art zu bauen vor: gegen echte funktionale Gerüste planen, nicht gegen Papierabstraktionen. Schnell ein funktionierendes Rückgrat aufstellen, in den ersten Wochen echte, klickbare Prototypen vor Endnutzer und Fachverantwortliche stellen, direktes Feedback einholen und das System auf das zulaufen lassen, was die Organisation wirklich braucht — während ein stabiles, ingenieurmäßig gebautes Rückgrat das Ganze auch unter Veränderung verlässlich hält.
Diese Idee brauchte ein Fundament, das es in einer Form, der sie vertrauten, noch nicht gab, also bauten sie eines: ein Low-Code-Framework (WSF — ursprünglich das Workflow Solution Framework), das ein echtes, funktionierendes System schnell aufstellen, Veränderungen kostengünstig aufnehmen und dennoch das Gewicht einer regulierten, geschäftskritischen Bereitstellung tragen konnte. Sie bewiesen es in wiederholten Kundenprojekten — und gründeten dann 2011 Appsint, um das Framework als echtes geistiges Eigentum zu entwickeln und damit vollständige, „schwergewichtige” Unternehmenslösungen zu liefern, durchgängig: von der ersten Idee bis zu jahrelangem Betrieb.
Genau das tut Appsint bis heute.